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Roboter-Staubsauger: unausgereifte technische Spielerei oder nützliche Haushaltshilfe?

Staubsaugen gehört zun den lästigen Aufgaben im Haushalt, um die man einfach nicht herumkommt. Jedenfalls dann nicht, wenn man auf ein gewisses Maß an Sauberkeit in den eigenen vier Wänden wertlegt. So sah die Situation bisher aus. Nun kann man seine Zeit jedoch sicherlich sinnvoller und angenehmer verbringen als mit Staubsaugen. Diese Tatsache ist natürlich auch der Haushaltsgeräteindustrie nicht verborgen geblieben und irgendwann wurde aus diesem Grund der Roboter-Staubsauger erfunden. Im folgenden Artikel soll es darum gehen, ob diese kleinen Saugroboter sich als nützliche Haushaltshilfe erweisen oder ob sie nur eine unausgereifte technische Spielerei sind.

Die Problembereiche von Roboter-Staubsaugern

Roboter-Staubsauger erfreuen sich in etwa seit der Jahrtausendwende immer stärker werdender Beliebtheit. Zwar waren die ersten Modelle damals teilweise doch noch ziemlich unausgereift und erwiesen sich als wenig praxistauglich, doch der Verbraucher war von der Idee an sich fasziniert. Seitdem hat sich einiges getan und Roboter-Staubsauger können heute den herkömmlichen Bodenstaubsauger teilweise wirklich komplett ersetzen und das Staubsaugen der Wohnung tatsächlich fast gänzlich automatisieren. Dennoch sind Roboter-Staubsauger und der gute alte Handstaubsauger nicht so einfach ohne Weiteres zu vergleichen. Die folgenden Bereiche haben sich bei den Roboter-Staubsaugern bis heute als problematisch erwiesen.

Geringe Saugleistung

Roboter-Staubsauger sind kleine Geräte, die sich selbstständig durch die Wohnung bewegen und diese dabei von Staub und Schmutz befreien. Da die Roboter-Staubsauger möglichst klein sein sollen und automatisch durch die Wohnung fahren müssen, kommt hier nur eine Stromversorgung per Akku infrage. Technologisch bedingt kann ein kleiner Roboter-Staubsauger deshalb nach dem heutigen Stand der Technik nicht die Saugleistung eines leistungsstarken klassichen Bodenstaubsaugers, der über die Steckdose mit Strom versorgt wird, erreichen. Roboter-Staubsauger kompensieren diesen grundlegenden Nachteil durch kleine technologische Kniffe, z.B. über den Einsatz von zusätzlichen Bürsten, vor allem aber dadurch dass sie einfach häufiger zur Tat schreiten. Um eine gute Reinigungsleistung zu erzielen muss ein Roboter-Staubsauger die Räume regelmäßig reinigen.

Fehleranfällige Navigation

Roboter-Staubsauger sollen das Staubsaugen per Hand überflüssig machen. Damit dieses Ziel erreicht werden kann kommt es vor allem darauf an, dass die Geräte ihre Arbeit zuverlässig und möglichst selbstständig erledigen. Die Nützlichkeit eines Roboter-Staubsaugers hängt deshalb direkt von seinen Fähigkeiten in Sachen Navigation ab. Um in diesem Punkt wirklich zufriedenstellende Arbeit abzuliefern muss ein Roboter-Staubsauger möglichst den kompletten Raum abfahren und dabei trotzdem allen Hindernissen ausweichen. In der Praxis sind heute Hindernisse wie Treppen oder Türschwellen keine wirklichen Probleme mehr. Treppen werden bei Geräten, die über entsprechende Sensoren verfügen, eigentlich problemlos erkannt. Normalhohe Türschwellen (1 – 2 cm) werden von vielen Geräten selbstständig erklommen. Dies sind jedoch eher Standard-Hindernisse, auf die sich die Hersteller sehr gut eingestellt haben. Problematisch wird es immer dann, wenn es um individuelle Details geht. Wohnung ist nicht gleich Wohnung und so kann es am Ende doch Wohnungen und Hindernisse geben, mit denen die Navigations-Technologie des Roboter-Staubsaugers nicht so gut zurechtkommt. In der Folge kann es dazu kommen, dass der Roboter-Staubsauger entweder nicht ganz selbstständig (z.B. weil er sich an Hindernissen festfährt), oder aber nicht ganz zuverlässig (z.B. weil er nicht den kompletten Raum abdecken kann) arbeitet.

Schwierige Untergründe

Roboter-Staubsauger sind nicht für alle Bodenarten gleich gut geeignet. Unproblematisch sind glatte Böden, wie etwa Parkett, Laminat oder PVC. Auf diesen Untergründen funktioniert die Bürsten-Technologie sehr gut und die Saugleistung ist mehr als ausreichend, um den zusammenkommenden Schmutz in den integrierten Auffangbehälter zu befördern. Anders sieht es bei Teppichen aus. Hier funktioniert die Bürsten-Technologie nicht so gut und es kommt mehr auf die reine Saugleistung an. Aktuelle gute Roboter-Staubsauger kommen mit kurzflorigen Teppichböden meist noch ganz gut zurecht. An Hochflorteppichen beißen sich die meisten aktuellen Roboter-Staubsauger jedoch dann die Zähne aus.

Nur unter Idealbedingungen – Roboter-Staubsauger als vollwertiger Ersatz für klassische Staubsauger

Auch wenn Roboter-Staubsauger immer noch ein paar Schwachpunkte haben, so gibt es doch Anwendungsszenarien, in denen ein Roboter-Staubsauger einen klassischen Staubsauger ersetzen und sich damit als sinnvolle und nützliche Haushaltshilfe erweisen kann.

Roboter-Staubsauger können den klassischen Staubsauger ersetzen, wenn…

  • …der Roboter-Staubsauger möglichst täglich ungehindert seine Runden drehen kann
  • …die Wohnung über möglichst „einfache“ Böden, wie etwa Laminat, Fliesen oder PVC verfügt
  • …die Wohnung möglichst „einfach“ aufgebaut ist
  • …sich keine zu anspruchsvollen Hindernisse im Weg befinden

Fazit: Roboter-Staubsauger können trotz Schwächen durchaus sinnvolle Haushaltshilfe sein

Roboter-Staubsauger und normale Bodenstaubsauger sind nicht ganz einfach miteinander zu vergleichen, da das Reinigungskonzept der Roboter-Staubsauger technologisch bedingt etwas anders ist. Nach dem heutigen Stand der Technik haben Roboter-Staubsauger immer noch ein paar Schwächen, in bestimmten Anwendungsszenarien sind sie aber durchaus in der Lage den guten alten Bodenstaubsauger zu ersetzen. In anderen Anwendungszenarien können sie wiederum zumindest dafür sorgen, dass der klassische Staubsauger deutlich seltener zum Einsatz kommen muss. Wer nun Interesse hat: ein paar interessante Testberichte von Roboter-Staubsaugern gibt es auf Saugrobotertest.info.

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